Kinder (und Lehrer) in Schulnot
Stellungnahme zu den Fällen sexueller Gewalt an katholischen Schulen
Sexueller Missbrauch von Kindern ist nicht an eine Konfession der Täter gebunden. Sexuelle Gewalt an Kindern durch Familienfremde findet überall dort statt, wo Kinder sind: in Sportvereinen, Kindergärten, Heimen, öffentlichen Schulen - und eben auch in konfessionellen Institutionen.
Die derzeitige Diskussion zu den Jesuiten ist in sofern verlogen, als dabei totgeschwiegen wird, dass in Deutschland jeden Tag Kinder an staatlichen, nichtkonfessionellen Schulen von Lehrern sexuelle Gewalt erfahren und das regelmäßig mit enormem Aufwand vertuscht wird.
Im Tagesspiegel vom 2.2.2010 schreibt Hermann Häring, der katholische Klerus sei von einem intensiven Korpsgeist geprägt. Das fördere die Mechanismen der Geheimhaltung. "Der katholische Klerus muss endlich die urdemokratischen Tugenden der Transparenz und Partizipation lernen" schlussfolgert der Autor.
Dasselbe lässt sich für das staatliche Schulsystem in Deutschland zum selben Thema feststellen. Sexuelle Gewalt an Kindern geht auch an öffentlichen Schulen fast immer mit einem Korpsgeist der für sie Verantwortlichen einher. Den meisten Lehrern fehlt es in solchen Situationen an der erforderlichen Zivilcourage, ihre Schüler zu schützen. Schulleiter und Aufsichtsbehörden stellen sich oft aus falsch verstandener beamtenrechtlicher Fürsorgepflicht eher vor die Täterkollegen, als dass sie sich dem Wohl der Kinder verpflichtet fühlen.
Und - so ungeheuerlich das klingen mag - auch Eltern, die seit Jahren von sexuellen Übergriffen an staatlichen und konfessionellen Schulen wissen, tun ein Übriges - und schauen weg.
Was zur Zeit an Aufklärung und Aufarbeitung am Canisius-Kolleg in Berlin passiert, verdient daher unsere Hochachtung. Das Thema stellt nicht nur die katholische Kirche, sondern unsere gesamte Gesellschaft vor die Frage, wie wir einen angemesseneren Umgang mit diesem Phänomen finden und Kinder besser schützen können.
Näheres dazu unter unserer Rubrik "Schulnot" - "Sexueller Missbrauch".
Wir freuen uns, dass die Polizei in Rheinland-Pfalz als erste polizeiliche Institution in der Geschichte der Bundesrepublik das Thema Lehrergewalt und sexuelle Gewalt durch Lehrer auf ihrer Homepage "Gewalt an Schulen - Schüler als Opfer" benennt. Dort heißt es ermutigend an die Schüler gerichtet:
"Sollte Dir von einem Lehrer Gewalt angetan worden sein, wende Dich sofort an Deine Eltern oder die Polizei. Gewalt in diesem Bereich reicht von sexueller Belästigung über Psychoterror bis hin zu Schlägen."
Link zur Homepage der Polizei RP
WDR Feature "Neugier genügt" - von Cornelia Schäfer: Wenn Lehrer mobben - 24.11.2009
http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/24.11.2009-10.05/b/wenn-lehrer-mobben.html
Herzlich Willkommen bei Kischuno, dem Verein für Kinder und Lehrer in Schulnot!
Unser Verein leistet Hilfe in Fällen von Lehrergewalt und Lehrermobbing.
Wir beraten Eltern, deren Kinder in der Schule von Lehrern gedemütigt oder körperlich misshandelt werden.
Wir helfen Lehrern, die von den schwierigen Aufgaben ihres Berufes erschöpft sind.
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Bitte rufen Sie uns nicht an, sondern schildern Sie uns Ihren Fall zunächst per E-Mail an info@kischuno.de . Geben Sie dabei eine Festnetz-Nummer an, unter der wir Sie erreichen können. Wir rufen Sie zurück. Insbesondere nach Pressemeldungen zu unserem Verein bekommen wir manchmal sehr viele Meldungen und Hilfegesuche von Eltern. Wir arbeiten diese Mails nach der Reihenfolge des Eingangs und nach Dringlichkeit ab. Es kann deshalb einige Tage dauern, bis Sie von uns hören.
